Jalousien und Sonnenstoren können ein Gebäude bei Hitze im Sommer deutlich kühler halten, vor allem wenn sie aussen angebracht sind. Entscheidend ist, dass die Sonnenstrahlung möglichst vor dem Fenster abgefangen wird.

1. Aussenliegender Sonnenschutz wirkt am besten.

Aussenjalousien, Raffstoren und Sonnenstoren stoppen einen grossen Teil der Sonnenenergie, bevor sie die Fensterscheibe erreicht. Dadurch wird verhindert, dass sich Innenräume durch direkte Sonneneinstrahlung aufheizen.

Innenliegende Rollos oder Vorhänge helfen ebenfalls, sind aber weniger wirksam, weil die Wärme bereits durch das Glas eingedrungen ist.

2. Fenster nach Himmelsrichtung schützen

Besonders wichtig ist der Sonnenschutz an:

  • Südseiten: frühzeitig schliessen, insbesondere um die Mittagszeit
  • Ostseiten: morgens schliessen, da die tief stehende Sonne weit in die Räume scheint
  • Westseiten: am späten Nachmittag konsequent schliessen, da die Abendsonne oft die stärkste Aufheizung verursacht
  • Nordseiten: meist weniger kritisch, ausser bei tief stehender Sommer- oder Abendsonne

Sonnenstoren sind vor allem bei südseitigen Fenstern und Balkonen sehr effektiv. Bei tief stehender Ost- und Westsonne können Raffstoren oder Senkrechtmarkisen besser funktionieren.

3. Lamellen richtig einstellen

Bei Raffstoren oder Jalousien sollten die Lamellen so eingestellt werden, dass:

  • direkte Sonnenstrahlen abgehalten werden,
  • trotzdem Tageslicht in den Raum gelangt,
  • möglichst wenig Wärme durch Lücken eindringt.

Eine vollständig geschlossene Stellung ist bei besonders heissen Stunden oft am wirksamsten. Helle Lamellen reflektieren die Sonnenstrahlung besser als dunkle Oberflächen.

 

storen aussen helfen gegen hitze in gebäude

Wichtig ist, dass die Storen aussen am Fenster angebracht sind.

 

4. Morgens und nachts richtig lüften

Sonnenschutz allein reicht nicht immer aus. Sinnvoll ist eine Kombination mit gezielter Lüftung:

  1. Frühmorgens lüften, solange die Aussenluft noch kühl ist.
  2. Fenster während der heissen Tageszeit geschlossen halten.
  3. Sonnenstoren und Jalousien vor der direkten Besonnung schliessen.
  4. In der Nacht oder am frühen Morgen querlüften.
  5. Die gespeicherte Wärme aus den Räumen und Bauteilen abführen.

Wenn Fenster bei grosser Hitze dauerhaft offen bleiben, gelangt warme Luft ins Gebäude und mindert den Effekt des Sonnenschutzes.

5. Automatisierung verbessert die Wirkung

Eine automatische Steuerung kann den Sonnenschutz nach Sonnenstand, Temperatur, Wind und Helligkeit regeln. Das ist besonders nützlich, wenn niemand zu Hause ist.

Wichtig ist dabei ein guter Windschutz. Aussenjalousien müssen bei starkem Wind häufig hochfahren, während Sonnenstoren je nach Bauart ebenfalls empfindlich sein können. Eine manuelle oder automatische Übersteuerung sollte möglich bleiben.

6. Sonnenstoren haben zusätzliche Vorteile

Sonnenstoren schützen nicht nur Fenster, sondern auch:

  • Balkone und Sitzplätze
  • grosse Glasflächen
  • angrenzende Innenräume
  • Möbel, Böden und Textilien vor Ausbleichen

Allerdings können sie die natürliche Helligkeit reduzieren und bei ungünstiger Ausrichtung trotzdem seitliche Sonne durchlassen.

Besonders wirksame Kombination

Für ein Wohngebäude ist meist folgende Kombination sinnvoll:

  • Aussenliegende Raffstoren für verstellbaren Licht- und Sonnenschutz
  • Sonnenstoren für Terrassen, Balkone und grosse südseitige Fenster
  • Senkrechtmarkisen oder Screens für Ost- und Westfassaden
  • Nachtlüftung zur Abfuhr gespeicherter Wärme
  • Automatische Steuerung mit Sonnen- und Windsensor

Kurz gesagt: Sonne draussen halten, Fenster während der heissen Stunden geschlossen halten und nachts gezielt lüften. Das kann die Kühllast erheblich reduzieren und den Einsatz einer Klimaanlage verringern oder teilweise überflüssig machen.

 

Titelbild: Foto von ducminh nguyen auf Unsplash

Bild im Text: Foto von Felicia Varzari auf Unsplash